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Betontechnische Daten

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Betontechnische Daten > Prüfen von Beton > Druckfestigkeit von Beton

Druckfestigkeit von Beton in Bauwerken oder
in Bauwerksteilen
 





Die Prüfung von Beton in Bauwerken erfolgt nach DIN EN 12504, Teile 1 bis 4, die Bewertung nach DIN EN 13791 gilt für folgenden Anwendungsbereich:

Beton in Bauwerken und Fertigteilen

Bewertung von Tragwerken wegen Umnutzung, Umbaus oder nach Schadenseintritt

Bei mangelhafter Bauausführung oder Zweifeln an der Bauwerksfestigkeit

Nach negativen Ergebnissen der Konformitäts- oder Annahmeprüfungen

Konformität von Bauteilen nach Anforderung der jeweiligen Produktnorm

Die Verfahren der DIN EN 13791 dienen nicht als Ersatz der Konformitätsprüfung nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2 bzw. der Identitätsprüfung nach DIN 1045-3. Sofern bei diesen Prüfungen keine hinreichenden Druckfestigkeiten gefunden wurden oder bei der Druckfestigkeitsprüfung keine repräsentativen Werte zu erwarten sind, darf die Bewertung der Bauwerksfestigkeit für den Tragfähigkeitsnachweis nach DIN EN 13791 erfolgen.



Bestimmung der Bauwerksdruckfestigkeit

Die Abschätzung der charakteristischen Druckfestigkeit von Bauwerksbeton und die Zuordnung zu Druckfestigkeitsklassen der DIN EN 206-1/DIN 1045-2 erfolgt nach folgender Verfahrensweise:

1. Auswahl des Prüfverfahrens

2. Abschätzung der charakteristischen Bauwerksdruckfestigkeit fck,is

3. Zuordnung zu einer Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2.

Die Bohrkernprüfung gilt als Referenzverfahren. Die Prüfwerte sind auf 0,1 N/mm2 anzugeben. Die Druckfestigkeit eines luftgelagerten Bohrkerns mit Nenndurchmesser von 100 mm bzw. 150 mm darf der Druckfestigkeit eines bis zur Prüfung wassergelagerten Würfels mit 150 mm Kantenlänge gleichgesetzt werden. Bei Bohrkernen mit Nenndurchmesser von 50 mm sind 90 % seiner Festigkeit als Würfelfestigkeit anzusetzen.

Bei den indirekten Prüfverfahren - Rückprallhammer-Prüfung, Prüfung der Ausziehkraft und Bestimmung der Ultraschallgeschwindigkeit - wird eine andere physikalische Messgröße ermittelt. Die Beziehung zwischen dieser Messgröße und der Bohrkernfestigkeit ist zu bestimmen. Alternativ ist bei der Rückprallhammer-Prüfung eine Korrelation zwischen Rückprallergebnissen und Festigkeitsprüfungen an Würfeln möglich (Bezugsgerade W). Eine weitere Alternative ist die direkte Zuordnung der Rückprallprüfergebnisse zur Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2 mit Hilfe einer Bezugstabelle.

Abschätzung der charakteristischen Bauwerksfestigkeit und die Zuordnung zu Druckfestigkeitsklassen



Beurteilung des Betons bei negativen Konformitätsprüfungen

Bei Zweifeln wegen negativer Ergebnisse der Konformitäts- oder Annahmeprüfungen darf die Bewertung des Bauwerksbetons hinsichtlich ausreichender Festigkeit nach den in der folgenden Tabelle genannten Verfahren erfolgen.

Bewertung der Bauwerksfestigkeit bei angezweifelter Konformität



Charakteristische Mindest-Druckfestigkeit von Normal- und Schwerbeton im Bauwerk nach DIN EN 13791 für die Einstufung in Druckfestigkeitsklassen nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2

Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2Charakteristische Mindestdruckfestigkeit von Normal-und Schwerbeton im Bauwerk [N/mm2]1)
fck,is,Zylinderfck,is,Würfel
C8/1079
C12/151013
C16/201417
C20/251721
C25/302126
C30/372631
C35/453038
C40/503443
C45/553847
C50/604351
C55/674757
C60/755164
C70/856072
C80/956881
C90/1057789
C100/1158598




1) Druckfestigkeit von Bauwerksbeton = 85 % der charakteristischen Druckfestigkeit von genormten Probekörpern








Charakteristische Mindest-Druckfestigkeit von gefügedichtem Leichtbeton im Bauwerk nach DIN EN 13791 für die Einstufung in Druckfestigkeitsklassen nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2

Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2Charakteristische Mindestdruckfestigkeit von gefügedichtem Leichtbeton im Bauwerk [N/mm2]1)
fck,is,Zylinderfck,is,Würfel
LC8/978
LC12/131011
LC16/181415
LC20/221719
LC25/282124
LC30/332628
LC35/383032
LC40/443437
LC45/503843
LC50/554347
LC55/604751
LC60/665156
LC70/776065
LC80/886875




1) Druckfestigkeit von Bauwerksbeton = 85 % der charakteristischen Druckfestigkeit von genormten Probekörpern








Rückprallzahlen nach DIN EN 13791 für die Einstufung in Druckfestigkeitsklassen nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2

DruckfestigkeitsklasseMindestwert für jeden

Messpunkt [Skalenteile]
Mindestwert für jede

Prüffläche [Skalenteile]
C8/102630
C12/153033
C16/203235
C20/253538
C25/303740
C30/374043
C35/454447
C40/504649
C45/554851
C50/605053








Beispiel 1: Bewertung der Bauwerksfestigkeit durch Bohrkernprüfung

Gegeben: 6 Bohrkerne, fm(6),is = 35 N/mm2; fis,niedrigst = 29 N/mm2

Gesucht: Charakteristische Bauwerksfestigkeit und Druckfestigkeitsklasse nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2

Lösung: n = 6 k = 7

            fck,is = 35 - 7 = 28 N/mm2

            oder

            fck,is = 29 + 4 = 33 N/mm2

            maßgebend: fck,is = 28 N/mm2 Druckfestigkeitsklasse C25/30



Beispiel 2: Zweifel an Konformität, Begrenzte Betonmenge (Beton-Stütze)

Gegeben: 2 Bohrkerne, fis = 29 N/mm2, fis = 30 N/mm2; Soll: C30/37

Gesucht: Bestätigung für ausreichende Festigkeit

Lösung: Forderung: fis,niedrigst ≥ 0,85 (fck -4)

                             fis,niedrigst ≥ 0,85 (fck -4) = 0,85 (37-4) = 28 N/mm2

             Vorhanden: fis,niedrigst = 29 N/mm2 ≥ 28 N/mm2

Fazit: Beton mit angemessener Festigkeit; er entstammt einer übereinstimmenden Gesamtheit.












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