
| Herstellung und Lagerung von Probekörpern für Festigkeitsprüfungen Der Beton wird in einer oder mehreren Lagen in die Form gefüllt und verdichtet. In Abhängigkeit von der Konsistenz und dem Verdichtungsverfahren ist die Anzahl der Schichten so zu wählen, dass vollständige Verdichtung erreicht wird. Für die Verdichtung werden Innenrüttler, Rütteltisch oder Stampfer (25 Stöße je Schicht) verwendet. Die Verdichtung erfolgt nur so lange, bis der Beton vollständig verdichtet ist. Selbstverdichtender Beton ist ohne mechanische Verdichtung in einem Arbeitsgang in die Form zu füllen. Bei der Herstellung von Probekörpern darf ein Aufsatzrahmen verwendet werden. Nach DIN EN 12390-2, Abschnitt 5.5 erfolgt die Probekörperlagerung im Wasserbad (Referenzverfahren) oder in einer Feuchtekammer bis zum Prüftermin. Abweichend davon beschreibt der nationale Anhang NA der Norm die in Deutschland gebräuchliche Lagerung von Probekörpern für die Druckfestigkeits- und Elastizitätsmodulprüfung:
Prüfung der Druckfestigkeit Die Druckfestigkeit wird an Zylindern, Würfeln oder Bohrkernen geprüft. Die Druckfestigkeit ergibt sich aus folgender Gleichung:
Die Druckfestigkeit von Beton nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2 ist für Würfel mit 150 mm Kantenlänge nach Wasserbadlagerung (fc,cube) mit einer Genauigkeit von 0,1 MPa (N/mm2) anzugeben. Erfolgt die Lagerung der Würfel nach DIN EN 12390-2, Anhang NA („Trockenlagerung“), muss die geprüfte Festigkeit fc,dry auf die Referenzlagerung (Wasserbadlagerung) nach folgender Tabelle umgerechnet werden. Umrechnung von Würfel-Druckfestigkeiten
Wenn Würfel mit einer Kantenlänge von 100 mm nach DIN EN 12390-2, Anhang NA (fc,dry) geprüft werden, sind die Prüfwerte auf Würfel mit 150 mm Kantenlänge umzurechnen:
Sofern nichts anderes festgelegt wurde, ist die Druckfestigkeit an Probekörpern im Alter von 28 Tagen zu bestimmen. Für besondere Anwendungen kann die Druckfestigkeit zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt oder nach Lagerung unter besonderen Bedingungen (z. B. Wärmebehandlung) geprüft werden. Grundsätzlich ist die Druckfestigkeit zur Bestimmung der charakteristischen Festigkeit und Zuordnung der Festigkeitsklasse nach DIN EN 206-1 Abs. 4.3.1 an Probekörpern im Alter von 28 Tagen zu ermitteln. Hiervon darf nur abgewichen werden, wenn die DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“ angewendet werden kann oder wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
Prüfung der Biegezugfestigkeit Die Biegezugfestigkeit wird an Balken mit quadratischem Querschnitt bestimmt. Geprüft wird entweder mit Zweipunkt-Lasteintragung oder mit mittiger Lasteintragung. Die Lasteintragung erfolgt über Rollen. Die Biegezugfestigkeit ergibt sich bei Zweipunkt-Lasteintragung (zwei Einzellasten) aus folgender Gleichung:
Die Biegezugfestigkeit ist mit einer Genauigkeit von 0,1 MPa (N/mm2) anzugeben. Bei mittiger Lasteintragung ist die Biegezugfestigkeit nach obiger Gleichung mit dem Faktor 1,5 zu multiplizieren. Prüfung der Spaltzugfestigkeit Die Spaltzugfestigkeit wird in der Regel an Zylindern bestimmt und ergibt sich aus folgender Gleichung:
Die Spaltzugfestigkeit ist mit einer Genauigkeit von 0,05 MPa (N/mm2) anzugeben. Prüfung der Dichte von Festbeton Die Dichte von Festbeton kann an der unbehandelten Probe, im wassergesättigten Zustand oder nach Trocknung im Wärmeschrank bestimmt werden:
Die Dichte ist mit einer Genauigkeit von 10 kg/m3 anzugeben. Prüfung der Wassereindringtiefe unter Druck Wasser wird unter Druck (500 kPa) auf die Oberfläche des Prüfkörpers aufgebracht. Nach Einwirken des Drucks über 72 Stunden wird der Probekörper gespalten, die größte Eindringtiefe gemessen und auf 1 mm genau angegeben. Das Mindestalter der Proben zu Prüfbeginn beträgt 28 Tage. Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand - Abwitterung, nach DIN CEN/TS 12390-9 (Vornorm) In der Norm sind drei Prüfverfahren zur Bestimmung des Frost- und Frost-Tausalz-Widerstands gegen Abwitterung der Betonoberfläche definiert (siehe folgende Tabelle). Plattenprüfverfahren (Referenzverfahren) Würfelprüfverfahren (Alternativprüfverfahren) CF- und CDF-Prüfverfahren (Alternativprüfverfahren)In Deutschland wird, sofern eine Prüfung des Frost- bzw. Frost-Tausalzwiderstands gefordert wird, in der Regel das CF- bzw. CDF-Verfahren (Capillary suction of De-icing chemicals and Freeze-thaw test) angewendet. Abweichend von der Anzahl der Prüfzyklen in der DIN CEN/TS 12390-9 erfolgt die Beurteilung z.B. nach BAW-Merkblatt "Frostprüfung von Beton" oder nach ZTV-ING bereits nach 28 Frost-Tauwechseln, wobei maßgebendes Abnahmekriterium für XF4 eine maximale Abwitterung von 1500 g/m2 ist. Verfahren zur Bestimmung des Frost- und Frost-Tausalz-Widerstands nach DIN CEN/TS 12390-9
Bestimmung des relativen Karbonatisierungswiderstandes von Beton, nach DIN CEN/TS 12390-10 (Vornorm) In Langzeitprüfungen von mindestens 2 Jahren wird der Karbonatisierungswiderstand eines Betons mit bekannter Festigkeit und bekanntem Verhalten am Verwendungsort (Umgebung, Umwelt) mit einem Beton gleicher Festigkeit aber unbekanntem Karbonatisierungswiderstand verglichen (Prüfbeton). Die Prüfungen erfolgen bei CO2-Konzentrationen von ca. 0,035 % oder regengeschützt unter natürlichen Witterungsbedingungen. Das Vergleichsergebnis dient der Beurteilung des Karbonatisierungswiderstandes des Prüfbetons bei gleichartigen Verwendungsbedingungen. Bestimmung des Chloridwiderstandes von Beton nach DIN CEN/TS 12390-11 (Vornorm) Bei der Prüfung wird die Durchlässigkeit von Beton für Chloride bestimmt und durch einen Chloriddiffusionskoeffizienten in m2/s ausgedrückt. Damit soll die Voraussage des Zeitpunkts des Erreichens kritischer Chloridwerte in bestimmten Bauteiltiefen ermöglicht werden.
Rundungsgenauigkeit von Prüfergebnissen
Zusammenhang zwischen Druck-, Biegezug-, Spaltzug- und Zugfestigkeit Grobe Abschätzung:
Mit:
Beispiele Druck- zu Biegezug- bzw. Spaltzugfestigkeit
Beispiele Biegezug- zu Spaltzugfestigkeit
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